Was packe ich für den Jakobsweg?

Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein.
Theodor Heuss (1884-1963)

Im Prinzip ist es unerheblich, ob Du drei Wochen oder drei Monate auf dem Jakobsweg unterwegs sein wirst, denn Dein Rucksack beherbergt auf relativ begrenztem Platz über Wochen Dein ganzes Hab und Gut, und Du wirst einen gesunden Kompromiss finden müssen, damit Du nicht zu schwer bepackt unterwegs sein wirst. Jedes Gramm zählt und Sinnvolles ist von Luxus zu trennen, leichte Hosen sind den schweren Jeans vorzuziehen. Auch gilt es genauestens abzuwägen, was Du Dir noch an Ausrüstung anschaffen möchtest, damit Du Dich auf der langen Wanderung wohlfühlst. Für viele Wanderer auf dem Jakobsweg gilt, nicht viel mehr als 10 bis 12% des eigenen Gewichts als Gepäck auf dem Rücken zu tragen, wobei Du Deine Wanderschuhe und einen Satz Bekleidung bereits übergezogen hast.

Mit unserer Packliste wollen wir Dir eine Orientierung geben, damit Du Deinen Rucksack so effizient wie möglich füllen kannst und gleichzeitig das nötige Maß des richtigen Equipments mit Produkt- und Ausrüstungs-Tipps finden kannst.

Packliste für unterwegs:

  • Je leichter der Rucksack (ca. 35-45 + 10l), desto angenehmer lässt es sich bekanntlich wandern. Unsere Erfahrung hat auch gezeigt: Wenn man einen größeren Rucksack wählt, dann befüllt man ihn auch mehr. Häufig stellt sich dann schon unterwegs heraus, dass vieles unnötig ist und die Wanderlust an der Last schwindet. Deshalb kommt es auf eine gute Vorbereitung an, denn auch hier gilt: weniger ist oft mehr. Je nach Jahreszeit sollte man ebenfalls berücksichtigen, dass ein warmes Fleece, eine dünne Daunenjacke oder ein Wollteil Gold wert sein könnte, um für die nötige Wärme zu sorgen.
  • integrierte Regenhülle im Bodenfach des Rucksacks oder separate Regenhülle in der passenden Größe.
  • gute, solide Wanderschuhe sowie Wandersandalen, die bei uns im Outdoorladen vorher in Ruhe passend zum Fuß, zum Einsatzbereich und zur Beanspruchung ausgewählt werden können. Hierbei sollte man berücksichtigen, die Schuhe vor der Tour „einzulaufen“, damit sie während der Wanderung durch den Fuß passgenau geprägt sind. Sandalen oder Flip Flops sind ideal am Abend, auf leichten Passagen, beim Duschen und natürlich auch beim Chillen.
  • eine schnell trocknende Wander- oder Trekkinghose, wahlweise mit Zipp-Funktion.
  • 3 T-Shirts, Longsleeves oder Hemden, die hochgekrempelt werden können, wahlweise aus Kunstfaser oder leichter, temperaturausgleichender Wolle, eines davon durchaus als Langarm-Version.
  • 2-3 Sport-Unterhosen, die unterwegs schnell mit der Hand gewaschen werden können. Icebreaker-Unterwäsche aus feiner Merino-Wolle hat sich hierbei äußerst gut bewährt, sie trocknet wesentlich schneller als Baumwolle.
  • Wandersocken, hier reichen meistens drei Paar. Wir können wärmstens unsere Falke-Socken empfehlen, die je nach Temperatur und Wärmeempfinden mit ihren unterschiedlichen Wollanteilen punkten. Sie lassen sich am Abend schnell waschen, sind äußerst gut gepolstert und an den besonders beanspruchten Stellen ohne Naht.
  • Woll- oder Fleecejackeetwas Warmes, wenn das Wetter Kapriolen schlägt oder in den Bergen ein kalter Wind um die Ecken pfeift, dann ist eine Jacke aus Fleece oder eine Merinowolle mit gutem Wärmerückhalt das Mittel der Wahl.
  • Regenjacke und Regenhose – hier ist die Auswahl groß: Je nach Beanspruchung und Einsatzbereich bieten sich die leichten 2,5-lagigen oder auch die widerstandsfähigen 3-lagigen Jacken mit absoluter Wasserdichte und beachtenswerter Atmungsaktivität an. Von den einfacheren 2-lagigen Jacken ist hierbei abzuraten, denn sie sind nicht für Rucksackträger geeignet.
  • Ponchoin wärmeren Gebieten empfiehlt sich oftmals ein wasserdichter beschichteter Poncho mit integriertem Rucksackfach, der schnell übergezogen werden kann, wenn es regnet, und ebenso schnell wieder klein verpackt ist, wenn die Sonne gewinnt. Bei heftigen Schauern hat es sich bewährt, mit dem Poncho in Hockstellung das Unwetter abzuwarten, denn dann ist man wie in einem Biwak geschützt.
  • Mumien-Schlafsackje nach Temperaturbereich kann man zwischen extrem leichten Daunen- oder Kunstfaserschlafsäcken wählen. Es ist praktisch, bei uns „Probe“ zu liegen, denn auf diese Weise erfährt man – zusätzlich zu unserer Beratung – Näheres über die realistischen Maße der unterschiedlichen Modelle.
  • Kopfbedeckung gegen Wind, Regen oder Sonne.
  • Travel-Handtücherdas A und O für unterwegs! Dass gewöhnlich Frottee-Handtücher aus Baumwolle zum Wandern nicht geeignet sind, ist vielen mittlerweile klar, denn wenn sie einmal nass sind, dauert es Stunden, um zu trocknen; auch das Packmaß ist viel zu groß und das Gewicht zu hoch. Unsere Mikrofaser-Handtücher in unterschiedlichen Stärken und Größen fühlen sich an wie feine Baumwolle, sind klein im Packmaß und groß im Trocknen – leicht in der Pflege und natürlich auch im Gewicht!
  • * 1 Trinkflasche oder faltbare Trinkblase.
  • * 1 Zelt, wenn man nicht in Herbergen oder Hostels übernachten möchte.
  • * 1 Isomatte, wenn man mit dem Zelt unterwegs sollte.

Hygiene/Pflegemittel:

  • 1 Reisezahnpasta, 1 Zahnbürste, Oropax gegen Schnarcher, Reise-Wäscheleine, Sicherheitsnadeln, Mückenschutz
  • 1 Fußpuder zur Vorbeugung von Blasen oder Compeed-Blasenpflaster bei empfindlichen Füßen
  • 1 biologisch abbaubares Waschgel Travel-Soap – für Haare, Körper und Kleidung und/oder Rei in der Tube
  • 1 Bürste/Kamm
  • 1 Taschentücher
  • 1 Kulturbeutel mit notwendigem Inhalt
  • 1 kleine Reiseapotheke
  • 1 Sonnencreme
  • 1 Taschenmesser
  • 1 Set Packbeutel für dies und das, um Ordnung im Rucksack zu halten

Technik:

  • Handy inkl. Ladegerät, Kamera inkl. Ladegerät, ggf. Powerbank, wenn Steckdosen rar sind
  • Stirnlampe für nächtliche Einsätze.

Versicherung, Geld und Unterlagen:

  • 1 offizieller Pilgerpass – „Credencial del Peregrino“; er ist online zu bestellen oder direkt vor Ort zu erwerben –, denn ohne Pilgerpass bekommt man keine Unterkunft in den offiziellen Herbergen. Alle Jakobswege führen nach Santiago de Compostela in Galicien im Norden Spaniens. Mit dem ausgefüllten Ausweis erhält man am Ziel der Pilgerreise die Pilgerurkunde, den sogenannten Compostela (mindestens 2 Stempel pro Tag auf einer Strecke von erwanderten 100km).
  • Jakobs- oder Pilgermuschel mit einem Kreuz auf der Oberseite, die das Erkennungsmerkmal der Jakobsweg-Wanderer ist; dieses Zeichen ist auch die Wegmarkierung der bekannten Pilgerstrecke. Früher genügte diese Muschel als Pilgerurkunde und wurde nach Beendigung der Wallfahrt ehrenvoll überreicht, stand sie doch für göttlichen Schutz und Segen. Danach wurde es schnell zur Tradition, diese Muschel als Erkennungszeichen mit auf die Pilgerwanderung zu nehmen. Obendrein ist sie auch noch praktisch, denn mit ihrer Größe eignet sie sich bestens zum Schöpfen von Wasser oder als Suppenschale.
  • 1 Personalausweis und Bargeld
  • 1 EC-Karte
  • 1 Kreditkarte
  • 1 Krankenversicherungskarte
  • 1 Pilgerführer
  • Flugtickets, Notfall-Telefonnummern
  • 1 Sprach-App oder -führer